Wenn Wissensmanagement Spiele entscheidet

5 July 2006 | Knowledge/Information Work, Processes | No Comments

Der kleine Zettel, den der deutsche Torwarttrainer Andreas Köpke seinem Goalie Jens Lehmann unmittelbar vor dem Elfmeterschiessen des Viertelfinals Deutschland gegen Argentinien zusteckte (siehe u.a. hier), machte es deutlich: Wissensmanagement kann im Sport mittlerweile eine entscheidende Rolle spielen. So hatte u.a. der Chefscout der deutschen Nationalmannschaft, Urs Siegenthaler, akribisch Informationen über den Gegner zusammengetragen - darunter eben auch die Gewohnheiten der potenziellen Elfmeterschützen. Der Zettel sollte aber eher symbolisch gesehen werden. Das Wissensmanagement bei der deutschen Nationalmannschaft ging noch wesentlich weiter. So bekam jeder einzelne Spieler eine speziell für ihn zusammengestellte Videoanalyse seines Gegenspielers, welche ihm die Stärken und Schwächen desselben aufzeigte. Auch die Trainingsfortschritte (Laktatwerte u.ä.) wurden genau dokumentiert und analysiert. Alles in allem eine Organisation, von der sich wohl manches Unternehmen Einiges abschauen könnte und die mit Sicherheit ihren Teil zum Erfolg beigetragen hat. So wie Jürgen Klinsmanns neue Methoden viel Staub aufgewirbelt und zu massiven Widerständen geführt haben, läuft es auch in einigen Unternehmen: Besitzstandswahrung, mangelhaftes Teamplay und die unzureichende Organisation der wissensintensiven Prozesse stehen der Innovation sowie Produktivität im Wege und können mittelfristig zu veritablen Krisen führen. Zeit zum umdenken, Zeit, sich beim Sport etwas abzuschauen? Mit Sicherheit!

Leave a Reply

You can follow the discussion through the Comments feed. You can also pingback or trackback from your own site.